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Wer bin Ich?

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Die Lehren von Bhagavan Sri Ramana Maharshi

 

 

Wer bin ich? Nan Yar?      “ Selbsterforschung der direkte Weg zur Befreiung”.
"Wer bin ich?" ist eine Reihe von Fragen und Antworten, die sich mit der Selbsterforschung befassen. Diese Fragen wurden etwa im Jahre 1902 von Sri M. Sivaprakasam Pillai an Bhagavan Sri Ramana Maharshi gestellt. (interner link zu: Wer bin ich?)

 

 

GEBET

O Vinayaka, der du auf eine Rolle (die Abhänge des Berges Meru) die Worte des großen Weisen (Vyasa) schriebst, und der du auf dem siegreichen Arunachala wohnst - beseitige die Krankheit (maya), welche die Ursache unserer Wiedergeburten ist und beschütze gnädig den großen edlen Glauben (die Philosophie und Religion der Upanishaden), der voll des Honigs des Selbstes ist!

Das ist ein Gebet an Gott Ganesa, dem Beseitiger aller Hindernisse, welches von Bhagavan Sri Ramana verfaßt wurde. Es bezieht sich auf eine Geschichte aus den Puranas, nach der Ganesa Vyasa als Schreiber gedient und das Mahabharata niedergeschrieben hat. Hier wird seine Gnade zum Schutze der Vedanta -Philosophie angerufen. Der gedruckte Tamil-Vers ist eine Reproduktion von Bhagavans eigener Handschrift.

 

 

Die Philosophie von Sri Ramana - welche die gleiche ist wie die von Advaita-Vedanta - hat die Selbstverwirklichung zum Ziel. Der zentrale Weg, der in dieser Philosophie gelehrt wird, ist die Ergründung der Natur des Selbst, des Inhaltes des Gedankens „Ich“. Gewöhnlich verändert sich der Bereich des „Ich“ und bedeckt eine Vielzahl von Faktoren. Aber diese Faktoren sind nicht in Wirklichkeit das „Ich“. Zum Beispiel sprechen wir vom Körper als „Ich“ - wir sagen „Ich bin dick“, „Ich bin schlank“ u.s.w. Man braucht nicht lange, um zu entdecken, daß das eine falsche Gewohnheit ist. Der Körper selbst kann nicht „Ich“ sagen, weil er selbst leblos ist. Sogar der unwissendste Mensch versteht, was der Ausdruck „mein Körper“ beinhaltet. Trotzdem ist es nicht einfach, die falsche Identität des „Ich“ mit dem Ego ( Ahankara) aufzulösen. Das liegt daran, weil der ergründende Geist das Ego ist, und um die falsche Identifikation zu beseitigen, er sich sozusagen selbst sein Todesurteil verhängen muß. Das ist keineswegs eine einfache Angelegenheit. Die Opferung des Egos im Feuer der Weisheit ist die höchste Form des Opfers.

Die Unterscheidung des Selbst vom Ego ist wie gesagt nicht einfach. Aber es ist nicht unmöglich. Alle von uns können diese Unterscheidung haben, wenn wir über den Zustand des Tiefschlafs nachdenken. Im Schlaf „sind wir“, obwohl das Ego nicht da ist. Im Schlaf funktioniert das Ego nicht. Und doch gibt es das „Ich“, welches Zeuge der Abwesenheit des Egos sowie der Objekte ist. Wenn es das „Ich“ nicht geben würde, könnte man sich beim Aufwachen nicht an seine Schlaferfahrung erinnern und sagen „Ich habe gut geschlafen. Ich wußte nichts“. Also haben wir zwei „Ichs“ - das pseudo- „Ich“, welches das Ego ist, und das wahre „Ich“, das Selbst. Die Identifikation des „Ich“ mit dem Ego ist so stark, daß wir das Ego selten ohne seine Maske sehen. Weiterhin dreht sich unsere gesamte relative Erfahrung um das Ego. Mit dem Aufsteigen des Ego beim Erwachen vom Schlaf erhebt sich gleichzeitig die gesamte Welt. Deshalb sieht das Ego so wichtig und unangreifbar aus.

Aber das ist in Wirklichkeit nur eine Festung aus Karten. Wenn einmal der Prozeß der Ergründung begonnen hat, wird man feststellen, daß es zerbröckelt und sich auflöst. Um diese Ergründung durchführen zu können, muß man einen scharfen Verstand besitzen - viel schärfer, als er zur Enträtselung der Geheimnisse der Materie sein muß. Mit dem gesammelten Intellekt kann man die Wahrheit sehen (drsyate tu agraya buddhya). Es stimmt, daß sich sogar der Intellekt auflösen muß, bevor die letze Weisheit aufdämmert. Aber bis zu diesem Punkt muß man ergründen - unbarmherzig ergründen. Die Weisheit ist mit Sicherheit nicht für die Faulen.

Die Ergründung „Wer bin Ich?“ darf nicht als eine geistige Bemühung angesehen werden, die dazu dient, die Natur des Geistes zu verstehen. Ihr Hauptzweck liegt darin, „den gesamten Geist an seinem Ursprung zu sammeln“. Der Ursprung des „Pseudo-Ich“ ist das Selbst. Was man bei der Selbstergründung tut, ist, sich gegen die geistige Strömung zu bewegen anstatt mit ihr, und schließlich das Gebiet der mentalen Veränderungen zu transzendieren. Wenn man dem „Pseudo-Ich“ bis zu seinem Ursprung nachspürt, verschwindet es. Dann erstrahlt das Selbst in all seiner Herrlichkeit - und das wird Verwirklichung oder Befreiung genannt.

Das Bestehen oder Nicht-Bestehen des Körpers hat nichts mit der Befreiung zu tun. Der Körper mag weiterhin existieren und die Welt weiterhin erscheinen, wie im Falle des Maharshi. Das macht überhaupt keinen Unterschied für das Selbst, welches verwirklicht ist. In Wirklichkeit gibt es für ihn weder Körper noch Welt - es gibt nur das Selbst, die ewige Existenz (Sat), die Intelligenz ( Cit), die höchste Seligkeit (Ananda). Eine solche Erfahrung ist uns nicht vollkommen fremd. Wir haben sie im Schlaf, wo wir weder der äußerlichen Welt der Dinge noch der inneren Welt der Träume bewußt sind. Aber diese Erfahrung liegt unter der Hülle der Unwissenheit. Und so kommen wir zu den Phantasien der Welt der Träume und des Wachzustandes zurück. Das Nicht-Zurückkehren zur Dualität ist nur möglich, wenn die Unwissenheit beseitigt ist. Das möglich zu machen, ist das Ziel des Vedanta. Auch den niedrigsten von uns Hoffnung zu geben und uns aus dem Sumpf der Verzweiflung zu ziehen - darin liegt die größte Bedeutung von so berühmten Beispielen wie dem Maharshi.